Ashes to Ashes – Zurück in die 80er

OT:
Ashes to Ashes



Jahr: GB 2008-2010
R: Catherine Morsehead, John Cambell u.a.
B: Matthew Graham, Ashley Pharoah u.a.
K: Simon Archer u.a.
M: Edmund Butt
D: Philip Glenister, Keeley Hawes, Dean Andrews, Marshall Lancaster, Montserrat Lombard
Deutsche Erstausstrahlung: 2009 (Fox-Channel,Pay-TV)
Staffeln: 3 mit je 8 Episoden à ca. 52 Minuten (Internationale Fassung)

Quelle: DVD (BBC)

Alex Drake (Keeley Hawes) ist 2008 Polizeipsychologin in Manchester und Mutter einer kleinen Tochter. Bei einem Einsatz verpasst ihr ein Tunichtgut (Sean Harris) eine Kugel in den Kopf. Schwarzblende. Als sie wieder erwacht, schreiben wir das Jahr 1981, und Alex ist als Detective Inspector Neue im Team von Chief Inspector Gene Hunt (Philip Glenister). Hunt und seine Mannschaft sind inzwischen aus Manchester nach London versetzt.
Wie schon ihr Bekannter Sam Tyler, muss sich Alex nun im Dunstkreis des ruppigen Hunt behaupten und versuchen, irgendwie in die Gegenwart zurückzukommen. Zudem ist das Schicksal von Sam Tyler, der angeblich bei einem Autounfall starb, noch mit Fragen behaftet. Und auch Gene Hunt selbst birgt ein düsteres Geheimnis.

Hauptcharaktere:

Alex Drake:
Detective Inspector und Polizeipsychologin bei der Manchester Police. Als sie imLondon des Jahres 1982 landet, ist sie alles andere als überrascht, da sie die Geschichte von Sam Tyler kennt. Selbstbewusst und sexy. Doch auch sie, die glaubt zu wissen, wie der Hase läuft, wird immer wieder an ihre Grenzen geführt. Kann am Ende das Geheimnis um Gene Hunt lüften.
 
Gene Hunt:
Detective Chief Inspector. Leitet die Mordermittlung der Londoner Metropolitan Police. Hat im Vergleich zu 1973 nur Auto und Klamotten gewechselt, nicht aber Einstellungen und Gewohnheiten. Es gibt nichts, was man nicht mit einer gepflegten Tracht Prügel erreichen könnte. Steht auf Western und irgendwie auf Alex, die er liebevoll „Schampus-Schlüpfer“ oder kurz „Schlüpferchen“ nennt. Spitznamen: „Der Löwe von Manchester“ (The Mancunian Lion) und „Gene, das Genie“ (The Gene Genie – analog zum Bowie-Song „The Jean Genie“).
  
Ray Carling (Dean Andrews):
Detective Sergeant. Für ihn gilt in Sachen Einstellungen das gleiche wie für Gene Hunt. Haut immer wieder homophobe und frauenfeindliche Sprüche raus. Ab Staffel 2 darf er aber auch andere Seiten zeigen.

Chris Skelton (Marshall Lancaster):
Detective Constable. Wie Ray bereits in „Life on Mars“ Mitglied im Team Gene Hunts. Deutlich selbstbewusster geworden, auch wenn ihn Gene Hunt immer noch für eine Dumpfbacke hält. Fällt für kurze Zeit in Ungnade, weil er sich in eine Korruptionsgeschichte verwickeln lässt.

Sharon „Shaz“ Granger (Montserrat Lombard):
Police Constable. Hat als anfangs einzige Frau, noch dazu mit Roma-Wurzeln, einen schweren Stand, inklusive Kaffee kochen und Sekretariatsarbeiten. Kann sich im Verlauf aber auch dank Alex‘ Hilfe zunehmend durchsetzen und wird später zum Detective Constable befördert. Freundin und Verlobte von Chris.

Zitate:

Auch in Sachen Sprüche hat Gene Hunt das Heft fest in der Hand:

„Ich hab‘ auch schon mal was erfunden: blauerfleckfreie Prügel.“
„Ich drück‘ dem gleich die Pickel aus, bis ich einen Nerv treffe.“
„Der Wagen ist mehr mit mir verwachsen als mein Hodensack.“
„Carnegie, Sie wurden gerade gequattrot!“
(Man könnte auch einfach „überfahren“ sagen)
„Raymondo, sind Sie krank? Sie haben ihn nur einmal geschlagen.“ –
Ray: „‘tschuldigung, Chef.“
„Ich mal Ihnen die Eier braun an wie Haselnüsse. Und dann informiere ich die Eichhörnchen, dass der Winter vor der Tür steht.“
„Ich hatte schon mit üblerer Scheiße zu tun als mit Ihnen: und zwar nach jedem Essen beim Inder.“
„Sie sehen so vergnügt aus. Haben Sie auf der Waschmaschine gesessen?“
„Willkommen zum Drei-Ball-Billard.“ (
Hunt‘sche Spezialmethode, um Verdächtige Mores zu lehren: Man braucht dafür nur eine Billardkugel, aber keine Hosen – zumindest die Delinquenten nicht 😉)
„Was soll denn das sein?“ –
Chris: „Mein Kebab, Chef“- „Sieht aus wie ein Brötchen, dem der Arsch raushängt.“
„Das Boot gehört Mister Leonhard Roseberry-Sykes, einem Kotzbrocken, der noch schlimmer ist als Hämorrhoiden-Hachée.“

Gene Hunt, ein Mann für Lösungen

Die Kritik des Gunslingers

Fortsetzung der Serie „Life on Mars“, die uns diesmal in die 1980er-Jahre verfrachtet. Die Protagonistin ist neu, das Team um Gene Hunt weitgehend das alte geblieben. Letzterer hatte sich im Verlauf der Vorgängerserie zum eigentlichen Star entwickelt. Dank derber Sprüche und seinen Fetischen – Auto, Cowboystiefel, Kamelhaarkutte. Das Auto hat sich zeitgeschuldet geändert – vom Ford Cortina zum Audi quattro – und der Kamelhaarmantel ist inzwischen dem Maßanzug gewichen. Ansonsten brennt Darsteller Philipp Glenister ab der ersten Minute das erhoffte Feuerwerk der guten Laune ab und überholt sich selbst zum Teil auf dem Standstreifen. Auch Sergeant Ray „Raymondo“ Carling als minipli- und rotzbremsebewehrter Obermacho bekommt deutlich mehr Screen- und Sprüchetime.
Einziger kleiner Wermutstropfen dieser wieder sehr stilsicheren Sause: Im Gegensatz zu „Life on Mars“ gelingen hier nicht die kongenialen Verknüpfungen von Vergangenheit und Gegenwart der Örtlichkeit. Diese spielt hier halt nicht so eine große Rolle: Im Gegensatz zu Manchester ist London als Ort von untergeordneter Bedeutung. Wie auch Sam Tyler steht Alex insbesondere über ihr TV-Gerät irgendwie in Verbindung mit ihrer Gegenwart und ihrem körperlichen Zustand. Außerdem hat sie wie Sam Visionen: Während Sam von einem kleinen Mädchen aus einer Kindersendung besucht wird, ist’s bei Alex der Clown aus dem titelgebenden Bowie-Song.
Mit Ende der ersten Staffel nabelt sich „Ashes to Ashes“ stärker vom Vorgänger ab. Zwar klärt das Team nach wie vor meistens einen Fall pro Folge. Allerdings gibt es in den Folgestaffeln einen roten Faden, der über das „Nachhause-Kommen“ von Alex hinausgeht. In Staffel 2 ist dieser ein Korruptionsskandal innerhalb der Polizei: Hier sind Roger Allam und Shaun Evans mit von der Partie, die kurze Zeit später die Hauptrollen der Serie „Der junge Inspektor Morse“ bekleideten. Die letzte Staffel ist dann deutlich düsterer geraten und schraubt auch das Hunt’sche Sprüchefeuerwerk zurück. Es betritt Chief Inspector James „Jim“ Keats (Daniel Mays) die Szenerie, der als Innenrevisor Gene Hunt zu Fall bringen will. Er versucht nicht nur, das Team zu spalten, sondern scheint auch Näheres über Alex‘ Schicksal zu wissen. Alles in allem ist das auch die Staffel, in der die Schauspieler deutlich über die launige 1980er-Schlittenfahrt hinauswachsen dürfen.

Rating: $$$$$

Splatter: 4/10





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