Anthony Zimmer – Fluchtpunkt Nizza

OT:
Anthony Zimmer



Jahr: F 2005
R, B: Jérôme Salle
K: Denis Rouden
M: Frédéric Talgorn
D: Yvan Attal, Sophie Marceau, Sami Frey, Gilles Lellouche

Quelle: TV (arte)

Trailer

Anthony Zimmer ist ein schlimmer Finger, und als Geldwäscher für die Russen-Mafia ist er zu einem Millionenvermögen gekommen. Nun ist der Boden heiß geworden: Nicht nur die französische Polizei in Gestalt von Kommissar Akerman (Sami Frey) ist hinter ihm her, sondern auch die Russen wollen sich des Filous entledigen. So ist Zimmer abgetaucht und nach diversen kosmetischen Eingriffen zum Phantom geworden.
Um seine Verfolger zu befriedigen, braucht‘s einen Deppen, dem man an Zimmers statt der Meute zum Fraß vorwerfen kann. Zimmers Freundin Chiara (Sophie Marceau) erhält also von ihm den Auftrag, sich im Zug Paris – Nizza an das designierte Opfer ranzuwanzen, das der Statue nach dem Schurken perfekt gleicht.
François Taillandier (Yvan Attal), so der Name des Unglückswurms, staunt nicht schlecht, als sich im TGV eine mondäne Brünette offensiv an ihm interessiert zeigt. Und noch mehr, als ihn die Schickse zu einem Luxuswochenende nach Nizza einlädt. Wer kann dazu schon nein sagen? Eben. Und so lässt sich der mausgraue Übersetzer auf das Spiel ein.
Doch tags darauf ist Chiara verschwunden, und die Russen klopfen an die Tür und haben ein paar großkalibrige Kumpels dabei.

Zitate:

François: „Wieso haben Sie sich auf den Platz gesetzt?“ – Chiara: „Wieso? Sie sind genau mein Typ.“ (Immerhin Chiaras Replik stammt fast 1:1 von Hitchcock: „Frenzy“ (1971)

Die Kritik des Gunslingers

Das Regiedebüt des hauptamtlichen Werbefilmers Jérôme Salle beginnt tatsächlich recht stark. Plot und Charakter bereiten ein klassisches Noir-Setting vor: Durchschnittstyp lässt sich hier von der Aussicht auf ein prickelndes Abenteuer dazu verführen, vom Weg der Vernunft abzuweichen. Er wird Opfer einer coolen Femme fatale und Bauer in einem undurchsichtigen Spiel, das mehrere Nummern zu groß ist.
Gerne ziehen jetzt viele Rezensenten die Hitchcock-Karte. Doch hierfür ist der Film deutlich zu mitteilsam. Anstatt den Zuschauer auf gleichem Infostand zu belassen wie seinen Protagonisten, legt er recht schnell die Karten auf den Tisch. So können wir uns zunächst weitgehend zurücklehnen, denn wir wissen ja, was läuft, während François noch Hören und Sehen vergehen. Gut, es gibt später in der Tat einige Plot-Twists, die aber bis auf einen nicht wirklich überraschen können. Wer sich im Netz umschaut, findet übrigens fast alles schon gespoilert, was zusätzlich den Spaß vermiest.
Die Action allerdings ist sauber inszeniert und passend bebildert, genauso wie übrigens die Hochglanzoptik an der Côte Azur. Und auch der Cast macht seine Sache gut. Wenngleich neben Sophie Marceau und Yvan Attal der Rest mehr oder weniger Nebenrollen bekleidet. Immerhin überzeugen Sami Frey als fatalistischer Cop mit Knautschoptik und Daniel Obrychski als knüppelharter Russen-Killer.
Was mir persönlich aber wirklich etwas sauer aufgestoßen ist, sind die zunehmend romantischen Verstrickungen, die den Thriller-Plot einwickeln. Das langweilt ein wenig, trotz der kurzen Laufzeit des Streifens, denn letztlich macht’s die Geschichte noch vorhersehbarer. Der wenig überraschende Schlusstwist nebst Happyend passt daher wie die Faust aufs Auge.

Rating: $$$

Splatter: 2/10





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