Keine Rosen für OSS 117

OT: Pas de roses pour OSS 117

AT:
Niente Rose per OSS 117 (I)


Jahr: F/I 1968
R: André Hunebelle
B: Michel Lavigne, Pierre Foucaud, Jen-Pierre Desagnat, Renzo Cerrato
K: Tonino Delli Colli
M: Piero Piccioni
D: John Gavin, Margaret Lee, Robert Hossein, Curd Jürgens

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

Trailer

Das Hobby zum Beruf machen? Welch‘ schöne Perspektive. Genau diese bietet eine sinistre Gruppe, die sich „Die Organisation“ nennt, erfahrenen Killern. Immer wo es jemanden einzutüten gilt, stellt die durch den „Major“ (Curd Jürgens) geleitete Organisation nämlich das nötige Personal – gegen ordentlich Penunzen, versteht sich. Um diesen üblen Machenschaften einen Riegel vorzuschieben, benötigt es die Dienste des Spitzenagenten Colonel Hubert Bonisseur de la Bath (John Gavin), kurz OSS 117 genannt.
Der tritt nach ein paar kleineren chirurgischen Eingriffen und einigen gefaketen, wenngleich höchst spektakulären Morden als Profiknipser Bob Chandler ans Licht der Öffentlichkeit. Der echte Chandler liegt da bereits unterm Torf. Und wie geplant, wird die Organisation auf den vermeintlich hochkarätigen Profi aufmerksam: „Chandler“ wird aus dem Polizeigewahrsam befreit und der Bande einverleibt.
Schon bald hat er seinen ersten Auftrag: den Mord an einem UN-Gesandten (Piero Lulli), der zwei verfeindete Beduinenstämme im Nahen Osten miteinander aussöhnen will. Hier sucht OSS 117 nach einer Gelegenheit, um der Bande endgültig das Handwerk zu legen.

Zitate:

„Er ist ja ein richtiger Schlingel.“ (Der Major über OSS 117)

Dr. Saadi (Robert Hossein): „Ich warne Sie: Ich habe überhaupt keinen Sinn für Humor.“ – OSS 117: „Dabei sind Sie so ein spaßiges Kerlchen.“

OSS 117: „Ich bin hierhergekommen, um zu töten, nicht um keusch zu sein.“

Merik (Guido Alberti): „Solange ich lebe, wirst du ihn nicht wiedersehen!“ – Karas („George Eastman“): „Immer mit der Ruhe, Opa. Wie lange bleibst du denn noch am Leben, Drecksack?“

Die Kritik des Gunslingers

Mit deutlich verändertem Personal schickt André Hunebelle, der auch selbst wieder die Regieverantwortung übernahm, OSS 117 in die fürs Erste letzte Runde. So übernahm nicht nur der damals bereits als neuer James Bond gehandelte John Gavin die Hauptrolle von Frederick Stafford. Darüber hinaus wurde der Cast deutlich italienischer, genauso wie die Mannschaft hinter der Kamera. Und das hat dem Serial nach dem schwächelnden Tokio-Abenteuer anscheinend noch einmal deutlich neues Leben eingehaucht.
Das Tempo des Streifens ist bis auf einige Stotterer in der Mitte durchgehend hoch. Zahlreiche Gimmicks wie die sehr nette Gasglocke während der Befreiungsaktion durch die Organisation und auch das erhöhte Humorlevel – ich erinnere da nur an die wie ein Stierkampf inszenierte Klopperei von OSS mit der Polizei oder das Killerorchester – atmen jede Menge Eurospy-Flair. Der Score von Piero Piccioni verzichtet diesmal auf landestypische Klangfarben. Hier wird kräftig georgelt und die Flöte malträtiert – wer im Raum denkt jetzt wieder an irgendwelche Sauereien? – stimmungsvoll garniert mit Gebläse und Vibraphon.
Und wir haben mit Curd Jürgens wieder einen echten Schurken, der zwar auch hier für meinen Geschmack zu wenig Screentime hat, diese dafür aber klasse nutzt. Ihm zur Seite gestellt ist mit „George Eastman“ (Luigi Montefiori) zudem ein erprobter Italo-Fiesling ;-). Fein gelungen ist auch die Gift-Gegengift-Nummer, die von John Gavin und Robert Hossein, letzterer zum zweiten Mal als Opponent von OSS 117 dabei, dargeboten wird: Damit der Killer sich nicht frühzeitig verabschiedet, hat ihm die Organisation ein langsam wirkendes, tödliches Gift injizieren lassen. Einmal am Tag, und zwar pünktlich muss ihm der schurkige Arzt vor Ort das Gegengift injizieren. Sehr schön.
Ein weiterer Pluspunkt für den Connoisseur sind die zahlreichen genrefilmbekannten Gesichter bis hinein in die kleinsten Nebenrollen. Vom bereits erwähnten „George Eastman“ über Piero Lulli, diesmal ohne Schnauz, bis zu Renato Baldini, Luciana Paluzzi und – natürlich – Rosalba Neri.

Rating: $$$$

Splatter: 1/10





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